SAMSAS TRAUM KAEFERTELEGRAMME
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Neuigkeiten aus der Welt des Käferkönigs - topaktuell und schnell wie der Blitz!
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SCHATTENFALTER

Bücher sind, auch wenn sie langsam, aber stetig aus dem Leben jüngerer Generationen verschwinden, enorm wichtig. Das gedruckte Wort ist wichtiger als das gedruckte oder projizierte Bild, denn es zwingt dich dazu, in deinem Kopf deine eigene Serie oder deinen eigenen Film zu drehen. Das Wundervolle an Büchern ist außerdem, dass sie in den Hirnkästen unterschiedlicher Menschen zu vollkommen unterschiedlichen Bildern führen. Ich habe mir meinen Gregor Samsa immer anders vorgestellt, als du dir deinen.

Meine Deutschlehrerin in der fünften Klasse hieß Frau Göhler. Frau Göhler war eine kleine Frau, die trotz ihrer leisen, dünnen Stimme eine sonderbare Autorität ausstrahlte. Sie war eigentlich eine Podling-Version der Morla, und heute verstehe ich, dass es sich bei Frau Göhler einfach um eine sehr, sehr alte Nerdin gehandelt haben muss.

Frau Göhler las uns einmal pro Woche aus Die unendliche Geschichte von Michael Ende vor. Die Vorlesestunde hatte mehrere positive Effekte: Wir mussten uns daran erinnern, was wir letzte Woche gehört hatten. Wir mussten unsere kleinen Fressen halten, um die leise Stimme Frau Göhlers zu verstehen, und wir mussten unseren eigenen Film drehen. Frau Göhler animierte mich später, beim schulinternen Vorlesewettbewerb mitzumachen. Das Buch, aus dem ich eigentlich vorlesen wollte, vergaß ich im Zug. Ich las stattdessen aus einem anderen, mir bekannten Buch aus der Schulbücherei vor, aber ich verlor. Trotzdem schenkte mir Frau Göhler nach dem Wettbewerb eine in Geschenkpapier verpackte DTV-Ausgabe von Der kleine Hobbit.

Falls du bisher nicht gewusst hast, dass Der kleine Hobbit ursprünglich kein Kinospektakel von Peter Jackson war, oder du noch nie etwas von schattenfaltenden Drachenhunden mit Fischschuppen gehört hast, sei dir unser neues Album wärmstens empfohlen.

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BRING MIR LICHT

Das erste Mal wollte ich mich im Vorschulalter umbringen, um meine Eltern zu bestrafen. Trotzköpfchen. Während meiner Pubertät las ich Byron und säuselte meiner Freundin den üblichen Mist ins Ohr, den Teenager mit einem Hang zur Theatralik absäuseln: „Solltest du vor mir sterben, werde ich dir in den Tod folgen.“ Quatsch mit Soße.

In ernste Gefilde drang ich mit dem ersten Liebeskummer vor, ich wälzte mich in Vanitas, ritzte mich, um meinem Seelenschmerz Ausdruck zu verleihen und drückte mir Zigaretten auf den Armen aus. Falls du das auch machst: Lass es. Wenn du stark bist, und das bist du, wird es dir irgendwann besser gehen und du musst die Narben deinen Kindern erklären. Ich wünschte mir, dass ich, so wie ich heute bin, für mein 18-23jähriges Ich hätte da sein können.

Mich haben Selbstmordgedanken und Autoaggressionen mein Leben lang begleitet. Manchmal war es Kokettieren, in manchen Phasen war es ziemlich ernst. Während der „Heiliges Herz“-Zeit habe ich mir logisch auseinandergesetzt, warum ich nicht leben darf. Ich habe zum Glück niemals irgendeinem Psychologen erzählt, dass ich mit dem Jenseits in Verbindung stehe und Antimaterie in der Größe einer Kinderfaust in meinem Brustkorb trage.

Durch meine Töchter musste ich mich am Riemen reißen; es ist mir lange Zeit gelungen, meine Selbstzerstörungswut unter Kontrolle zu halten. Heute ist es für mich vollkommen ausgeschlossen, dass ich mich töten werde, ich muss mich nicht davon abhalten. Trotzdem sind die Flecken auf der Seele noch da, und manchmal werden sie dunkler. Dann kann ich mich nicht bewegen, nicht reden, nicht aufstehen, nicht komponieren, mich nicht mäßigen. Das stört mich. Sehr. Aber es wird aufhören, wenn ich in mir aufgeräumt habe – und ich weiß, wie das geht, das Aufräumen.

Ich habe jede Textzeile von „Bring mir Licht“ mindestens einmal selbst gedacht. Der Text ist wörtlich zu verstehen. Es ist das erste Lied, das ich für VOTA TENEBRIS I eingesungen habe, und es war nicht leicht.

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FÜR DIE LIEBE

Wir leben auf einem Planeten, auf dem Religion eine viel zu große Rolle spielt - und keine der Weltreligionen hat eine weiße Weste. Alle Religionen hatten Phasen, in denen sie sich mit den unterschiedlichsten Körperflüssigkeiten und Sekreten bekleckert haben - aber nicht mit Ruhm.

Als Musiker ist mir nicht entgangen, dass in vielen Religionen Splittergruppen entstanden sind, die ich als MUSIKFEINDE bezeichne. MUSIKFEINDE überfallen Veranstaltungen und erschießen Menschen. Sie verbrennen Tonträger, verbieten Lieder und behaupten, dass du in der Hölle schmoren wirst, wenn du auf verzerrte Gitarren stehst.

MUSIKFEINDE gehören nicht zu meinen Lieblingsmenschen - wie auch, denn wie bereits erwähnt bin ich Musiker. Musik steht für mich für Freude, für Glück, für ein Gefühl der Gemeinschaft, sie knüpft einen Verbindung zum Universum. Gott, wer oder was auch immer das sein mag, kann nicht gewollt haben, dass man singende Menschen in Momenten des Glücks, der Freude, in Momenten der Liebe und des Friedens erschießt, sie vergewaltigt und körperlich und seelisch misshandelt.

All das ist das Gegenteil von Gott.
All das ist das Gegenteil von Liebe.
All das ist das Gegenteil von Musik.

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Scheiße ohne dich

Es muss nicht immer Liebe sein, die das Leben verbessert - manchmal sind Freundschaften erhellender und wichtiger. Der kleinste Hund, die älteste Katze, der unrasierteste Kumpel oder die durchgeknallteste Freundin können besser Ratschläge geben und klügere Ohren leihen als das heißeste Betthäschen oder der stärkste Zuchtbulle. Dafür gibt es einen besonderen Grund: Freundschaften sind nicht an Erwartungshaltungen geknüpft.

Die beiden Damen, für die ich SCHEISSE OHNE DICH geschrieben habe, und denen mit dem Song im SAMSAS-TRAUM-Kosmos ein großes Denkmal gesetzt werden soll, sind ziemlich … speziell. Sie haben lange Zeit an vorderster Traumfront gekämpft. Sie sind unglaublich loyal. Sie können unfassbar krass Party machen. Es sind Pferde und Töchter im Spiel. Sie haben den Kampf mit dem Leben auf gleich mehreren Schlachtfeldern gewonnen, und sie kämpfen immer weiter.

Also, Schluss mit dem Gefasel.
Danke, Andrea. Danke, Julia.
Die Welt wäre echt scheiße ohne euch.

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.:A:.
SCHEISSE OHNE DICH: SOD-Aktionstag!

Eine kleine, aber wirklich kranke Gruppe eingefleischter SAMSAS-TRAUM-Fans hat sich das Ziel gesetzt, am Samstag, den 1. August - ALSO MORGEN! - TikTok und Instagram zu kapern und dort SAMSAS TRAUM zu pushen. Aber wie soll das funktionieren?

Ganz einfach: Begib dich in unsere Instagram-Chatgruppe, dort findest du alle Infos. Lade dir den Soundschnipsel von „Scheiße ohne dich“ herunter und mache mit unserem Song ein kurzes Video: https://www.instagram.com/channel/AbZcnrIdZo6zTuFq/

Zeige deine haustierischen Freunde, deine menschlichen Kumpelinen oder jemanden, den du feiern willst. Sing das Lied selbst oder zerlege zum Sound von „Scheiße ohne dich“ dein Wohnzimmer! Sei Teil dieser coolen Aktion, denn die Welt wäre echt scheisse ohne dich und deine Freunde!

Wichtig ist, dass du dein Video am Samstag, den 1. August, zwischen 17 und 21 Uhr deutscher Zeit auf Instagram oder VORZUGSWEISE TikTok lädst. Wenn du nicht auf TikTok bist, kann dir folgende Person beim Upload helfen: @travelcat_coonie

Wir sind gespannt, was am Samstag passiert und freuen uns auf eure Ideen, eure Videos und vor allem: EURE FREUNDE UND FREUNDINNEN!

.:A:.

PS: Auf Katzen und Hunde ganz besonders!
BUSKATZEN

Das waren also Südkorea und Japan – insgesamt verbrachte ich fünf Wochen Zeit als Tourist in Ländern, die ich nie zu bereisen beabsichtigte. Jetzt war ich doch dort – zum Glück. Wenn ich einen Reisebericht über Japan auf fünf Punkte beschränken müsste: Welche Dinge würde ich erzählen?

In Japan ist es im Sommer sehr schwül. Nachts sinken die Temperaturen NICHT – am späten Abend ist es so erdrückend wie am frühen Morgen. Die Japaner tragen deshalb Funktionswäsche, die ihren Schweiß wegzaubert. Manche tragen auch kuriose Westen mit eingebauten Ventilatoren. Ich hatte gegen das Wetter keine Chance und musste mich täglich zwei- bis dreimal umziehen.

Ich kann nachvollziehen, warum Japaner ein kritisches Verhältnis zu Ausländern haben. Wenn deine Kultur auf Ruhe, Rücksichtnahme und Respekt basiert und 90 % der weiblichen Bevölkerung öffentlich niemals schulterfreie Kleidung tragen würden, sind die Touristen-Kinder, die den Flughafenteppich vollkrümeln, die gepiercten Nippel im Tempel oder die Schambehaarung bis zum Bauchnabel an einer Museumskasse nicht die besten RepräsentantInnen ihrer Nationen. Europäer wirken vor dem Hintergrund Japans unkultiviert, laut und vulgär. Mit dem alles überlagernden Wortbrei unserer amerikanischen Freunde will ich erst gar nicht anfangen. Das Beeindruckende: Kein Japaner lässt Fremde die offensichtliche Wahrheit fühlen.

Die Japaner sitzen gerne und lang auf ihren Toiletten. Das kann ich gut verstehen, denn die Klobrillen sind beheizt, das Klo spielt Musik, wenn dir deine Pupsgeräusche peinlich sind, es wäscht deinen Hintern mit Wasser, dessen Temperatur du regulieren kannst, und spült von selbst, wenn du aufstehst. Die Sauberkeit öffentlicher Toiletten ist jenseits deiner Vorstellungskraft, und auch dort erfüllt das Klo jeden Wunsch. Die Japaner mögen ihre Toiletten so sehr, dass es Kinderzeitschriften mit beigefügten, faustgroßen High-Tech-Toiletten gibt, auf die sich ein Kuscheltier setzen kann.

In Japan ist es sehr sauber. Graffiti sieht man in den Straßen so selten wie ausgespuckte Kaugummis, Bonbonpapierchen, Zigarettenstummel oder Hundescheiße. Raucher werden geächtet und müssen sich von Schulen fernhalten. Öffentliche Mülleimer existieren, aber man muss nach ihnen suchen. Es ist normal, dass man Müll mit nach Hause nimmt und daheim trennt und entsorgt, damit er ins Ausland gebracht und dort deponiert werden kann. Weil die Japaner sehr viel Müll produzieren, ist das eher doof.

Es gibt viele Dinge, für die man als Erwachsener belächelt wird, die Japaner aber machen aus ihnen eine Wissenschaft. Zu diesen Dingen gehören singende Trickfilmfiguren mit Plattenverträgen, Vintage-Spielzeug, Filmplakate und Programmhefte, Godzilla, Ultraman und Kamen Rider, Monsterfilme und natürlich Anime und Manga. Männer wie ich drücken sich die Nasen an Vitrinen platt, in denen über 50 Jahre alte Spielzeugroboter in ihren Originalverpackungen stehen, und das Zeug ist mehrere Tausend Euro wert. Das finde ich sympathisch. Ich habe in Japan oft geweint – wegen Tempeln, Goshuin und Spielzeug. Wirklich. Wegen Spielzeug.

Es gibt noch unzählige andere Dinge, die ich über Japan erzählen könnte, aber ich behalte sie lieber für mich, denn sie sind spiritueller Natur. Nur so viel noch: In Japan demonstrieren die Menschen manchmal in Tierkostümen und rufen dabei, dass sie ihr Bestes für Japan geben wollen – und sie meinen es ernst. Ich würde mich freuen, wenn auch in Deutschland mehr Leute in Tierkostümen einfach mal ihr Bestes für Deutschland geben würden, anstatt meine Heimat absichtlich zu spalten. Flieg mal nach Japan: Dort verstehst du, was ich meine.

Danke fürs Lesen. Bis hierher – und nicht weiter.

.:A:.
Der METAL HAMMER verleiht VOTA TENEBRIS I das Prädikat “BEIFALL” und schreibt:
“… unvorhersehbar, unkategorisierbar, unbelehrbar, unkaputtbar. Kaschte eben. Mögen muss man ihn deshalb noch lange nicht. Aber achten. Weil wirklich niemand so klingt wie er.”